Datum: Wed 10, Sep 2003 00:59
Betreff: Der doppelte Fab Chief

Oh, meine Brüder und Schwestern,

erneut gibt es zu berichten aus dem heiligen Mikrokosmos, der da lautet kunstkeller o27:

Es begab sich, daß fahrende Musikanten aus dem mittelhochdeutschem Raume sich zu Minnesang und Lautenspiel in unserer Trutzburg wider des dünnen Allerleis einfanden. An 2 aufeinanderfolgenden Tagen versuchten Gaukler aus Colonia und Porta Westfalica mit ihren Weisen zu becircen.

Da es uns höflich erschien, den ermatteten Weitgereisten eine kurze Pause der Besinnung zu gestatten und Jehova zu preisen, ließen wir taumelnde Narren aus ihren Käfigen, die wir kurzerhand Fab Chief tauften. Deren althergebracht gläubiges Liedgut vermochte am ersten Abend die Schar der Bekehrten rückhaltig zu stimmen, während nur wenige Gläubige tags darauf dem huldigten, was in nördlicher gelegenen Gegenden offenbar als Ketzerei angesehen ist.

Der Kölner Liederbund Hara-kee-rees, in festliches Schwarz gewandet, verwandelte unseren Gral in einen schieren Hexenkessel, Schauder befiel manch unserer Mönche, wie hemmungslos sich Jungfrauen wie geweihte Priester an dem Götzen Musik erbauten. Fronmänner aus allerlei umliegenden Fürstentümern waren gekommen, ein Spektakulum zu erleben, an dem sich jedermanns Herz erfreuen konnte.

Sehr andächtig hingegen ging es zu bei Mururoa Attäck aus dem fernen Porta Westfalica, deren protestantisch-aufrührerischen Hymnen ein schmales Gläubigenvolk in den Gotteskeller folgte.

Es scheint, das gemeine Volk sei nicht imstande, den Herren tagtäglich zu preisen, als hätte es eine Pause verdient.

Solches kann nicht geduldet werden.

Euer demütiger Erzähler


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